Whitepaper und politische Aktivitäten der DGMTR

Anerkennung ausländischer MTR

Der Fachkräftemangel im MTR-Bereich stellt eine zentrale Herausforderung für die radiologische Versorgung dar und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Integration qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland zunehmend an Bedeutung – als ein wichtiger, jedoch nicht allein ausreichender Baustein zur Fachkräftesicherung.

von Erik Gührs · 26. März 2026

Die DGMTR hat gemeinsam mit der DRG hierzu ein Whitepaper zur Anerkennung ausländischer MTR veröffentlicht, das zentrale Hürden analysiert und konkrete Reformvorschläge formuliert. Ein besonderer Fokus liegt auf der partiellen Berufsanerkennung, die aus Sicht der DGMTR deutlich gestärkt und auch auf Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland ausgeweitet werden muss.

Strukturelle Hürden im Anerkennungsverfahren

Die derzeitigen Anerkennungsverfahren sind weiterhin durch lange Bearbeitungszeiten und hohe bürokratische Anforderungen geprägt. Vom Zeitpunkt der Antragstellung bis zur Aufnahme der Tätigkeit vergehen häufig nahezu zwei Jahre.

Zu den wesentlichen Hürden zählen komplexe und uneinheitliche Verfahren in den Bundesländern, lange Dauer von Anerkennungs- und Anpassungsmaßnahmen, fehlende bundesweit einheitliche Standards sowie die bislang unzureichend genutzte Möglichkeit der partiellen Berufsanerkennung. Diese Faktoren führen dazu, dass vorhandene Qualifikationen nicht zeitnah in die Versorgung eingebracht werden können.

Partielle Berufsanerkennung stärken

In vielen Ländern erfolgt die Ausbildung und Tätigkeit spezialisiert auf einzelne Fachbereiche (Radiologie, Nuklearmedizin oder Strahlentherapie). Das deutsche Anerkennungsverfahren verlangt jedoch häufig eine umfassende Gleichwertigkeit über alle drei Fachgebiete hinweg. Dies führt zu umfangreichen Anpassungsmaßnahmen, obwohl die Fachkräfte in ihrem jeweiligen Spezialgebiet bereits voll qualifiziert sind und ausschließlich dort eingesetzt werden sollen. Die Möglichkeit der partiellen Berufsanerkennung für einzelne Fachbereiche wird bislang nur selten genutzt.

Die DGMTR fordert daher eine Vereinfachung der Anerkennungsverfahren und eine konsequente Nutzung der partiellen Berufsanerkennung. Damit kann bei nachgewiesener Qualifikation im jeweiligen Fachgebiet auf verpflichtende Anpassungslehrgänge verzichtet werden. Darüber hinaus spricht sich die DGMTR für eine Ausweitung dieser Regelung auf Fachkräfte aus Drittstaaten außerhalb der EU aus.

Politischer Dialog

Die DGMTR hat die Inhalte des Whitepaper bereits aktiv in politische Gespräche eingebracht. Gemeinsam mit der DRG fanden Gespräche mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sowie mit politischen Entscheidungsträger:innen statt, in denen insbesondere die Notwendigkeit struktureller Anpassungen im Anerkennungsprozess hervorgehoben wurde.

Im Fokus steht dabei neben der partiellen Berufsanerkennung auch die generelle Beschleunigung und Vereinfachung der Verfahren. Die DGMTR bringt hier die Erfahrungen aus der Praxis ein und vertritt die Interessen der MTR sowie der Einrichtungen, die dringend auf qualifiziertes Personal angewiesen sind.

Ein Baustein im Gesamtkonzept der Fachkräftesicherung

Die Anerkennung ausländischer MTR ist ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung, ersetzt jedoch nicht weitere Maßnahmen wie den Ausbau der Ausbildung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. DGMTR und DRG werden gemeinsam den politischen Dialog fortsetzen und sich weiterhin für praktikable Lösungen einsetzen.

Ein großes Dankeschön an die Deutsche Röntgengesellschaft für die Unterstützung.

Zum Whitepaper: Whitepaper: Anerkennung ausländischer MTR